Überrascht, enttäuscht, ermutigt, mal sehen - Meine Reise zu Kre:aktiv

Von Wiebke aus Ewersbach

 

Es ist jetzt Ende September. Vor wenigen Tagen (am 13.09.) schrieb ich Sebastian, dass ich mir die Arbeit im Vorstand von Kre:aktiv vorstellen kann und er mich daher, bei Bedarf, gerne einplanen darf. Das ist einigermaßen erstaunlich, denn noch am 08.06.2026 wusste ich nichtmal, wo das Selig ist, was Huddles sind oder was Kre:aktiv heutzutage eigentlich sonst noch so macht.

 

Ich kannte Kre:aktiv hauptsächlich aus meiner eigenen Jugend, damals noch mit den Jugendgottesdiensten von Boris Schmidt. Sebastian kenne ich zwar schon lange und hin und wieder war er auch mal im Gottesdienst, um von seiner Arbeit und von Kre:aktiv zu berichten, aber so wirklich Ahnung hatte ich dennoch bislang nicht, was mittlerweile die Arbeit von Kre:aktiv im Kern bedeutet. Und dennoch - nun diese Zusage an Sebastian, dass ich die Arbeit gerne aktiv durch Mitarbeit unterstützen will. Wie kam es dazu?

 

Ein überraschender Anfang

Alles begann mit dem Valencia-Abend von Sebastian (Anmerkung der Redaktion: Ein Abend an dem Sebastian berichtete, was ihn in seiner Zeit in Valencia bewegt hat). Es war ein wunderschöner Sommerabend im Juni. Ehrlich gesagt - ich zögerte lange, ob ich überhaupt hinfahre. Mein Hauskreis hatte entschieden, den regulären Hauskreis diesmal ausfallen zu lassen um stattdessen zu dem Infoabend von Sebastian zu fahren. Ich hatte eigentlich viel mehr Lust zu Hause zu bleiben,  einen entspannten Abend auf der Terasse mit meinem Mann zu verbringen. Dem Hauskreis hatte ich schon mitgeteilt, dass ich nicht unbedingt mitkomme. Irgendwas trieb mich dann aber doch dorthin. Und es wurde ein wirklich schöner Abend, mit vielen Eindrücken und guten Gedanken. Nach dem Abend konnte ich dann aber lange nicht einschlafen. Sebastian hatte erwähnt, dass die Arbeit von Kre:aktiv gerade in der Krise steckt, da fast der gesamte Vorstand neu gefunden werden müsse. Das hatte mich betroffen gemacht und gleichzeitig angesprochen. Mich ließ die Frage nicht los, ob ich dort vielleicht richtig sein könnte. Und so schrieb ich nach etwas Zögern Sebastian an und teilte ihm meine Gedanken mit - auch, dass ich nicht weiß, ob das mein Platz ist, es aber gerne mit ihm besprechen würde. Er lud mich daraufhin zur LichtQuelle - dem monatlichen Gebetsabend ein.

 

Ich besuchte mehrere abendliche LichtQuellen und auch den Gebetsnachmittag am 05.09.. Mich begeisterte bei all diesen Treffen der tiefe Wunsch aller Teilnehmer, sich wirklich vollkommen auf Gott und seinen Willen auszurichten. Mir persönlich taten diese Gebetszeiten auch einfach gut. Ich ging jedesmal entspannter und zuversichtlicher vom Selig nach Hause, als ich hergekommen war.

 

Die Enttäuschung beim Lesen der Stellenbeschreibungen

Nach dem Gebetsnachmittag am 05.09. fragte mich Sebastian, was mir denn helfen würde, um eine Entscheidung für oder gegen meine Mitarbeit im Vorstand treffen zu können. Ich antwortete, dass mir die Aufgabe noch zu unkonkret sei, ich nicht genau wisse, was auf mich dann zukommen würde. Sebastian schickte mir daraufhin die Stellenbeschreibungen der einzelnen Vorstands-Posten (Anmerkung der Redaktion: https://kreaktiv-online.de/kreaktiv-zukunft/).

 

Ich war voller Motivation, als ich begann zu lesen und zuversichtlich, dass irgendetwas genau zu mir passen würde. Und ich wurde enttäuscht. Bei fast jedem Posten gab es Dinge, die ich mir vorstellen konnte zu tun. Aber in jeder Stellenbeschreibung gab es auch Punkte, die so gar nicht zu mir passten. Und so bekam ich den Eindruck, dass ich wohl doch nicht im Vorstand richtig bin. Das schrieb ich Sebastian auch, aber mit dem Hinweis, dass ich weiter beten wolle und warten, was Gott antwortet.

Vom Mut zum Ausprobieren

Ein Teil der Antwort kam dann bereits am folgenden Tag in Form eines YouTube-Videos. Ich bin eigentlich kein Mensch, der auf vorgeschlagene Videos klickt - zumindest ist das eher die Ausnahme als die Regel. An diesem Tag klickte ich aber auf ein Interview mit Susanna Bigger von der ICF Church, in welchem sie davon erzählte, dass sie die Dinge einfach ausprobiert hat, die ihr vor die Füße gestellt wurden. Ausprobieren, mit dem Wissen, dass es auch schief gehen kann und es vielleicht nicht der richtige Weg ist. Das fand ich spannend und verstand es schon als Antwort auf meine aktuelle Fage.

 

So ganz überzeugt war ich nun aber immer noch nicht. Komischerweise ließ mich das Thema Kre:aktiv aber gedanklich nicht mehr los. Ich dachte schon morgens beim Aufstehen daran, während der Arbeit und abends beim Einschlafen. Ich hatte Sebastian ja quasi schon abgesagt, aber dennoch fragte ich mich dauernd, ob Gott mich nicht doch vielleicht dort gebrauchen will.

 

Die LichtQuelle am 10.09. war dann erneut ein schöner Abend in sehr guter Gemeinschaft. Ich erwartete bzw. erhoffte eine konkrete Antwort von Gott auf meine Frage, ob ich mitarbeiten soll. Diese Antwort blieb leider aus, zumindest in einer spektakulären oder wirklich klar benennbaren Form. Aber in mir selbst wuchs der Eindruck, dass ich hier richtig sein könnte - dass es sich irgendwie stimmig anfühlt. Und das wiederum schließt den Kreis auch zu dem Valencia-Abend, wo Sebastian viel über das Thema "sich stimmig/unstimmig" anfühlen sagte. Im Grunde beschloss ich schon an dem Abend, dass ich es gerne versuchen möchte und wenige Tage später schrieb ich das dann auch Sebastian. Und das fühlt sich bis jetzt weiterhin sehr "stimmig" an. Die Unruhe, die ich vor der Entscheidung hatte, ist vollständig weg und ich freue mich auf das, was kommt. Mich hat zuletzt noch sehr bestärkt, was ich in dem Andachtsbuch "Folge mir nach" am 26.09. gelesen habe. Dort heißt es "Es geht überhaupt nicht um die Frage, was du mitbringst. Weder hättest du genug Vermögen noch Kraft. [...] Schau nicht auf das Deine. Gerade so hängst du dich ganz an Gott."

 

Von der Gelassenheit in dem, was kommen wird

Und mit genau dieser Gelassenheit schaue ich nun nicht darauf, was ich mitbringe und ob ich alle Kriterien einer Stellenbeschreibung erfülle, sondern ich gebe Gott einfach meine Zeit und bin gespannt, was er daraus macht. Ob das im Vorstand von Kre:aktiv sein wird, oder woanders, das wird sich zeigen. Aber wenn er mich hier gebrauchen will, dann wird er mir sicherlich die Kraft und die Fähigkeiten schenken, die dazu nötig sind.

 

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Von Wartezeiten und geduldigem Reisen.

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Kreaktiv und ich und wie Gott auch Kugelschreiber nutzt...